Mittwoch, 20. Dezember 2006

Jetzt schon frei...?

Der sogenannte Käse ist geschmolzen , ich sitze hier und knabber an Schokokeksen.
Der Test ist geschrieben, war gar nicht so übel. Entweder bin ich doch nicht so blöd oder der Test war einfach nur leicht. Meine Mitstudenten plädierten auf zweiteres. Mir egal, hauptsache bestanden.
Während ich hier tippe beschwichtigt mich meine Schwester über ICQ, Frauen fänden ein Grübchen im Kinn süß. Ich weiß nicht, was ich darauf antworten soll und tippe den obligatorischen Smiley.

Wie auch immer, hier hat sich die Lethargie eingeschlichen. Meine 16m² Bude ist so klein, dass sie regelrecht auf meinem Schoß sitzt und mich aufs Bett zieht, verlockend wie eine nackte Schönheit.
Hab aber heute schon auf dem Bett gelegen und den Spiegel gelesen. Was ich gelernt habe?
Geisteswissenschaftler verkacken hoffnungslos auf dem Arbeitsmarkt, Ingenieure regeln dagegen einiges. Zu welcher Sorte Studenten ich gehören? Sollte nicht schwer zu erraten sein.

Dienstag Nachmittag, letzte Pflichtvorlesung dieses Jahres: Aufbaukurs Englisch. Ich wünschte,
mein ganzes Studium wäre wie dieser Kurs. Wie Schule. "Hello everybody, how are you today?",
begrüßt uns unsere gar nicht mal so unheiße Dozentin.
"About what did we talk last week? Ah we finished the future tenses, I see." - Herrlich.

Mittwochs habe ich immer frei. Lerntag. Na klar! Heute hab ich bis zwölf geschlafen, war dann in der Stadt um Zugtickets zu kaufen:
"Äh Freitag 19.00 in Niebüll sein will!"
"Dreimal umsteigen, Platzkarte nur noch Raucher."
"Fuck. Später?"
"Nö."
"Früher?"
"Scheiß Verbindung."
"Hm k, dann halt den ersten, is mir jetzt auch lachs."
"48 Euro nochwas."
Oh Freude. Immerhin hab ich das erledigt.

Ich hab sogar alle Weihnachtsgeschenke erledigt, ich bin sowas von gut! Dafür natürlich wieder pleite, doch im Moment läuft alles in entspannten Bahnen. Wenn man die Uni vergessen kann. Ich kann es wunderbar. Natürlich macht das die Sache nicht besser, aber ist es nicht verlockend, einfach alles aufs nächste Jahr zu verschieben? Verdammt ja, das ist es! Und kommt mir nicht mit Selbstdisziplin.

Kekse alle, dafür Finger verschmiert. Macht nichts, ist ja nicht meine Tastatur. Vom Nachbarn geliehen, hoffe er liest das hier nicht. Und wenn doch: War nur Spaß, deine Tasta ist voll in Ordnung!

Supernanny auf Föhr, jetzt auf RTL. Gott wie ich diese Sendungen hasse.
Da kann das meinetwegen auf Hawaii in einer Cocktailbar gedreht werden... obwohl. Nein das Abendprogramm kann man längst vergessen, ähnlich wie alle anderen Tageszeiten. Die Television, genau gesagt die gezeigten Programme, ist vollends den Bach runter und kotzt mich nur noch an. Wozu hab ich noch einen Fernseher? Um einen zu haben, es könnte ja mal was gutes kommen, und wieso eigentlich nicht. Es ist selbstverständlich einen zu besitzen.
Okay ich gucks trotzdem, geb ich zu. Verdammt wo bleiben die Landschaftsaufnahmen!
Ton aus, Mogwai an. Musik, zu der man saufen, Sex haben und schlafen kann. Vorzugsweise in der Reihenfolge, aber das Leben ist nunmal kein Wunschkonzert. Ist auch okay so, sonst wäre es ja langweilig.
Dennoch gehört diese Musik zu mir, unersetzlich in gewissen Situationen und Begebenheiten, sei es einfach nur zum chillen. Sie unterstreicht den Lebensstil der Gemütlichkeit, sich keinen Stress zu machen und das Leben positiv zu sehen. Wer dazu Emo sagt, hat schlicht keine Ahnung.

Damit schließe ich den heutigen Eintrag, mehr gibts nicht zu sagen. So wie Lieder von Mogwai, denn die kommen auch meistens ohne Text aus.

Sonntag, 17. Dezember 2006

Das erste mal...

... soll bekanntlich weh tun. Zumindest Frauen. Dabei handelt es sich um den allbekannten Akt, die oben genannte Paraphrase damit assoziiert. Doch gibt es viele, erste Male. Zum Beispiel den ersten Blog.
Mein erster Blog. Das einzige, was hierbei weh tut, ist mein Gewissen. "Lern, du faules Stück!"
"Lass mich...", antworte ich trotzig im Geiste und greife in die Schüssel nach gerösteten Erdnüssen.
Sie sind okay, wenn auch schon ein paar Tage alt.

Gewissen haben immer Recht. Ich sollte lernen. Morgen schreibe ich einen Test in Computerlinguistik. Was genau das ist? Nun, eine Mischung aus Informatik und Linuistik. Viel mehr kann ich dazu nicht sagen, geht um, äh, Grammatiken, endliche Automaten, äh J-Flap. Und so.
Ich sollte lernen...

"Something in the way", singt Adrian Thaws, bekannt als Trip Hop Artist Tricky.
Something is immer in the way. Wenn es kein Compuling Test ist, dann eine Klausur. Ein lieber Mensch zu weit entfernt oder ein Arschloch zu nah dran. Lehnt euch zurück und entspannt euch, die Probleme kommen von ganz allein. Ich wünschte, sie würden auch von alleine gehen, nur beschließen die Biester meistens, sich einzunisten. Ne ganze Weile.
"Dagegen musst du was tun!", meldet sich mein Gewissen mal wieder. Na klar muss ich was tun. Will ich ja auch. Ich weiß selbst, dass es so nicht weitergehen kann.
Im Klartext: Uni suckt. In Informatik hänge ich Wochen hinterher, in Computerlinguistik verstehe ich kein Wort und die Hausarbeit im Kurs Werbung schreibt sich nicht von selbst.

Was macht noch Spaß? Für die kleine Freude zwischendurch sorgt mein Bett. Wenn ich schlafe vergesse ich die Uni, brauche nichtmal etwas zu essen und die Zeit fliegt von allein.
Ob das jetzt gut ist? Nein.
Selbstdisziplin ist das sogenannte A und O. Aber was bleibt von dir selbst, wenn du dich mit der Peitsche treibst? Wird man sein eigener Sklave? Es bedeutet Veränderung, und Veränderung ist meistens mit Ärger gekoppelt. Never change a running System, aber was, wenn es nicht mehr so gut läuft? Veränderungen sind unabdingbar, ich möcte nicht auf der Stelle treten, auch wenn es den Anschein haben mag. Eigentlich will ich einfach nur chillen, Probleme aufschieben und nicht an morgen denken. Und als Paradoxon werde ich jetzt aufstehen und auf Klo gehen.
Und dann fang ich an zu lernen!
Versprochen.