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Selbst das überfordert mich, mein Gehirn arbeitet im Tempo eines Schwertransporters bei Glatteis, während im Fernseher hinter mir die zwei dynamischen Sportreporter das Bobfahren der Winterspiele kommentieren. Lautlos natürlich, energiegeladene Männerstimmen überfordern mich jetzt.
Wieder nehme ich mir vor, kein Alkohol mehr zu trinken. Es war mal wieder zu hart gestern, doch dazu später.
Letzten Donnerstag kam ich wieder in Düsseldorf an und schon jetzt hat sich die Routine wieder ausgebreitet.
Über die Zeit auf Föhr gibts nicht viel zu erzählen, viel Regen, viel Alkohol. Es ist immer wieder schön, alte Freunde im Olympic am Tresen zu treffen, Der Ort, wo man immer wieder zusammenkommt um Kurze zu kippen. Sambucca zum Anfang, Saurer Apfel am Ende. Friesengeist für die krassen. Wer sich über die Weihnachtstage vornimmt, etwas für die Uni zu tun wird meist belächelt. "Ja hab ich auch vor." Heißt es dann. Wer es dann auch noch wirklich getan hat verdient meinen Respekt. Ich hab nichts gemacht und mein Gewissen nagt an meiner Motivation wie ein Marder an den Bremskabeln eines Kleinwagens. Situation und Ergebnis durchaus vergleichbar.
Die zwei Wochen standen ganz unter dem Motto eines Titels von Yonderboi: All we go to hell. Wenns so weiter geht sicherlich. Dabei fing der Silvesterabend ganz gemütlich an, ein wenig komisch hab ich mich schon gefühlt, als ich abends bei Arthur meine Sternmarkeflasche zwischen ein paar Bierchen stelle, die sich auf dem Tisch verteilten. Die Flasche ragte heraus wie ein Monument des geplanten Neujahrsabschusses, der Gral des zwölften Jahrgangs.
Ich war natürlich nicht der einzige mit zweistelliger Prozentzahl, Barnd hatte weißen Lambrusco dabei und die anderen Jungs kamen auch nicht mit leeren Händen. Später wurde Bowle gemacht und darum gewürfelt. Dann zum Sandwall, Feuerwerk angucken, sich vollregnen lassen, eine Rakete am Stock festhalten, merken, dass das Drecksding nicht losfliegt solange man noch den Stock in der Hand hält, den Feuerwerkskörper dann panisch auf den Boden werfen und sich draufstellen, während unter dir das kurze Inferno tobt, von irgendwo her ein Bier in die Hand gedrückt bekommen und allen Freunden ein frohes neues Jahr wünschen. Die üblichen Prozesse. Dann auf ins Olympic und alle anderen treffen, weiterfeiern. Doch, ich hatte Spaß.
Aber auch das liegt etzt schon zurück und ich versuche den Kater von gestern in den Griff zu kriegen. Kneipentour in der Altstadt mit Marcel. Irgendwann verschwimmt dein Zeitgefühl und man wandert verstrahlt von einer Bar in die andere. Ich war sogar im Ballermann 6, habs ein ganzes Bier lang ausgehalten, die Musik grauenerregend, passend zum Publikum. Später dann der klassische Sonntag Morgen Döner am Bahnhof, als ich extra scharf bestellte wusste ich das sadistische Grinsen des Mannes nicht zu deuten, zumindest bis ich den ersten Bissen tat.
Im Nachhinein denke ich, dass es lecker war. Werd mich jetzt aufmachen die Wohnung zu putzen, bevor ich jedoch nicht geduscht hab geht gar nichts. Nicht zu duschen bedeutet Sonntags den totalen Stillstand, ob Kater oder nicht sei einerlei. Man kommt zu nichts und wartet auf Montag.
All we go to hell...
Sonntag, 7. Januar 2007
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