... oder ein weiteres Bruchstück in der Datenaufnahme des Autors?
Drei Jahre ist der letzte Eintrag her. Wie unbeschwert und leicht sich die alten Einträge lesen, studentischer Leichtsinn, so kommt es einem jetzt vor. Klar war früher alles schöner, leichter. Das selbe muss ich damals auch gedacht haben, bleiben schlechte Erinnerungen meistens auf der Strecke.
Jetzt liest sich meine Vergangenheit wie ein Bericht, oder eher eine Ansammlung von Partyschnippseln, Zeugen stummer Faulheit, niedergeschrieben für spätere Nostalgie. Klar, hat geholfen, hilft immer wieder.
Traditionsgemäßg ist heute Sonntag, wer weiß ob ich es aufrecht halten kann, fehlt mich doch der überspitzte Humor, so fühlt es sich jedenfalls an. Vielleicht liegt es auch nur daran, dass ich heute keinen Kater habe. Wird doch erfahrungsgemäß ein Stückchen Sarkasmus durch ein verkatertes Gehirn katalysiert, no? Einfach nochmal nächsten Eintrag abwarten, vielleicht klappts dann ja.
Was hat sich in den drei Jahren getan?
1. Abschluss Bachelor of Arts im Sommer 2010
2. Halbes Jahr Californien (San Diego) 2010/2011
3. Umzug in eigene Wohnung am Karolingerplatz 2012
4. Beziehung mit Jenny 2012 -
Das sind die wichtigsten Ereignisse. Beziehung läuft rund, seit über einem Jahr stabil, ohne sichtliche Höhen und Tiefen wie ein Ritt im Rennwagen, aber als Beifahrer neben einem Vollprofi, der keine Unfälle baut. Ich bitte diesen miesen Vergleich zu entschuldigen.
Dennoch hat sich eine Art Erwachsenenträgheit eingeschlichen, also generell gesehen. Zehn Tage lang bin ich 28 Jahre alt, Der Abschluss im Master of Arts Studienfach Englisch nähert sich dem Höhepunkt in Form der Masterarbeit. Und ja, es hat sich in der Hinsicht nichts getan. Immer noch unmotiviert, immer noch träge, immer noch verbringt man den Sonntag lieber damit, einen alten Blog aus den Tiefen des Internets auszugraben, als sich um seinen Abschluss zu kümmern. Dabei hab ich nur noch einen Kurs. Some things never change...
Arbeiten muss ich morgen auch, bin ich seit über sechs Jahren jetzt schon bei diesem Verein. Zu sagen, dass es mir Spaß macht wie am ersten Tag ist weniger eine Lüge als ein zynisches Weckerklingeln am Montag Morgen. Aber was soll man sonst machen, dreht es sich nur noch darum, irgendwie genug Geld zu sammeln um seine Miete und die Rechnungen zu bezahlen.
Man könnte sagen, ich sei im Erwachsenenalltag angekommen sofern möglich, die gelegentlichen Wochenendexzesse ein stiller Ruf nach der Vergangenheit, der immer dünner werdende Freundeskreis dafür Vertreter der Gegenwart.
Es bleibt spannend. Spannend da sich trotz Stillstand immer irgendetwas bewegt. Manchmal so langsam, dass man es erst später bemerkt, schnelle Veränderungen sind selten geworden. Gut so, oder? Hatte ich das damals nicht so angemeckert? "Never change a running system". Aber wer kann wirklich sagen, wie es läuft? Und wann es nicht mehr so gut läuft? Schwierig... Ich rieche Gyros und kriege Hunger, über nem Griechen zu wohnen ist Fluch und Segen gleichzeitig!
Sonntag, 16. Juni 2013
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